Eine Familie mit Tradition - Karl Friedrich von dem Knesebeck

Zurückverfolgen lässt sich die Familien Geschichte bis zum Jahre 1172, der wohl bekannteste derer von dem Knesebeck ist Karl-Friedrich, welcher im Dienst für sein Land zu großen Ehren kam.
Als Sohn eines friderizianischen Offiziers wurde Karl Friedrich von dem Knesebeck am 5. Mai 1768 auf Gut Karwe, nahe Neuruppin, geboren. Mit 14 Jahren zog er in das Regiment von Herzog von Braunschweig ein. Als junger Leutnant lernte er, selbst schriftstellerisch tätig und eng mit dem Regimentskameraden und Dichter Franz von Kleist befreundet, Goethe kennen. Karl Friedrich von dem Knesebeck fiel dem Herzog von Braunschweig durch seine Tüchtigkeit auf und In nur wenigen Jahren wurde er zum Major ernannt. Mit einer Mission beim Kurfürsten Wilhelm I. von Hessen begann eine Reihe von diplomatischen Aktionen. Knesebecks geistesgegenwärtigem Eingreifen, im Feldzugs von 1806 gegen Napoleon soll es zu verdanken sein, daß der König von Preußen in der Schlacht von Auerstedt der drohenden Gefangennahme entging. Strategische Fähigkeit bewies er in dem Entwurf zur siegreichen Schlacht von Pultusk im Dezember 1806. Der König zeichnete ihn dafür mit dem Pour le Mérite mit Eichenlaub aus und beförderte ihn im Mai 1807 zum Oberstleutnant. Im selben Jahr erhielt von dem Knesebeck den erbetenen Abschied, er zog sich auf seine Güter zurück, doch der Feldzug des Jahres 1809 in Österreich ließ ihn nicht ruhen. Vom König von Preußen erhielt er den geheimen Auftrag die Geschehnisse in Österreich zu beobachten und eine günstige Gelegenheit zum Eingreifen zu melden.
1812 unternahm Knesebeck eine neue schwierige diplomatische Aufgabe, deren Erfolg eigentlich die Basis für die siegreiche Gestaltung der Kämpfe der Alliierten gegen Napoleon gewesen ist. Von Staatskanzler Hardenberg erhielt er den offiziellen Auftrag, dem Kaiser von Russland auszurichten, dass Napoleon sich genötigt sehe, seine Truppen gegen Russland marschieren zu lassen, wenn der Kaiser den Krieg nicht vermeide. Vom König von Preußen aber bekam er den geheimen Befehl, er solle Zar Alexander I. bewegen, Napoleon in den weiten Raum seines Landes zu locken und nicht eher Frieden zu schließen, als bis die Armee Napoleons sich selbst im weiten Russland aufgerieben habe. Nach seinen Aufzeichnungen antwortete der Kaiser von Russland: ?dass er nicht Frieden machen werde, selbst wenn er bis Kasan zurückgehen müsste.?
Im Jahre 1813 wurde von dem Knesebeck zum Oberst und Generaladjutanten des Königs, und im gleichen Jahr zum Generalleutnant befördert.
In 1825 wurde von dem Knesebeck zum General der Infanterie befördert und 1831, zum Oberbefehlshaber der gesamten in Polen aufgestellten Observationsarmee ernannt. Ein jahr später erhielt er für seine Dienste im Namen des Preußischen Staates den Schwarzen Adlerorden. Vom König Friedrich Wilhelm IV. wurde ihm am 7. Oktober 1847 mit höchstem Anerkennungsschreiben die Auszeichnung eines aktiven Feldmarschalls zu teil, die jedoch von dem Knesebeck wegen seines Alters ablehnte. Er bat um seinen Abschied, der ihm mit der gleichzeitigen Ernennung zum Generalfeldmarschall gewährt wurde.
Der Vertraute zweier Preußenkönige starb am 12. Januar 1848 in Berlin.







